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Hugh Grant, endlich auch MEIN Traumprinz

by Annika on 22. Januar 2010

in Aktuelles

Ich bekenne: Neuerdings bin ich Hugh Grant-Fan. Den hielt ich ja eigentlich immer für einen gelackten Piefke, der uns Frauen mit seinem Hundeblick einzuschläfern versucht. Aber ich habe meine Meinung geändert. Der Grund ist nicht etwa Grants neuer Film „Haben Sie das von den Morgans gehört” (seit 7. Januar in den Kinos), sondern ein Interview, das der Oberschnulzen-Darsteller vor einiger Zeit der Süddeutschen Zeitung gab.

Ausgesprochen intelligente und bescheidene Antworten gab der Mega-Filmstar, dessen gesammelte Liebeskomödien weltweit zusammen bereits rund 2 Milliarden (!) US-Dollar eingespielt haben.

Zu seiner eigenen Bedeutung beim neuen Film:
„Mich dafür zu engagieren, war nichts anderes, als ein Stück Ausrüstung zu mieten. … Ich erfülle wirklich nur eine Funktion. Nennen wir es, bloß der Argumentation wegen mal, hehe, Schauspielern. Doch das Schauspielern ist nebensächlich im Vergleich zur Drehbuchentwicklung und dazu, die richtige Besetzung neben mir zu finden.”

Zu guten und schlechten Liebeskomödien:
„Die entscheidende Frage ist immer die Gleiche: Bedeutet dem Drehbuchautor die Liebe wirklich etwas? Oder geht es nur darum, irgendeinem Hollywood-Beau ein Skript zu liefern, weil der denkt: Oh, mein weibliches Publikum fände es toll, wenn ich mal auf romantisch machen würde.”

Woran erkennt man eine gute Liebeskomödie?
„Am Herzblut. Der Autor muss wirklich an Romantik glauben. Wichtiger aber noch ist, dass er weiß, wie es sich anfühlt, wenn Liebe scheitert. Das gibt den Filmen Tiefe, es macht sie zugleich lustiger und trauriger … Eine Liebeskomödie muss vom Herzen kommen. Sie muss wahrhaftig sein, kein Fake. Sie muss zwei Dinge gleichzeitig schaffen: leicht und amüsant sein, aber auch echt und schmerzhaft. Der Schmerz unseres Daseins, die Einsamkeit, muss deutlich werden.”

Über Kunst und Handwerk:
„Ich verehre Handwerk, ich verehre Handwerk viel mehr als Kunst. … Ich würde sogar behaupten, dass ich nicht mal an das Wort ‘Kunst’ als solches glaube. Ich misstraue ihm. Ein Mann, der richtig gute Stühle baut – der macht für mich Kunst. Ich mag es, wenn Dinge eine Funktion haben und schön sind. Dann gestatte ich mir unter Umständen, diese Dinge Kunst zu nennen. … Andererseits ist ein nicht unerheblicher Teil dessen, was man so Kunst nennt, doch faktisch Bullshit.

Über Glück und Grants eigene Liebe:
Der Interviewer Dirk Peitz fragt zum Schuss:
Sind Sie glücklich. Mister Grant?
„Ich glaube, das bin ich tatsächlich. Soweit man das sein kann – glücklich.”
Werden Sie geliebt?
„Nun …”
Glauben Sie überhaupt an die Liebe, Mister Grant?
„Tut mir leid, ich muss jetzt wirklich dingend auf die Toilette …”

Die letzten paar Sätze lassen aufhorchen: Ist diese Sahneschnitte denn noch nicht vergeben? Letzte Meldung, aus dem Internet (www.dnews.de), vom 8. Januar:
Der britische Filmstar Hugh Grant hat sich für das neue Jahr besonders gute Vorsätze genommen. Er will noch in diesem Jahr heiraten und eine Familie gründen. „Ich habe ein paar Vorsätze wie etwa ein paar Pfund abnehmen. Ich muss auch heiraten und Kinder bekommen”, sagte Grant am Donnerstagabend dem spanischen Fernsehsender Telecinco. … Eine Frau, die die Pläne von Hugh Grant mitmacht, ist allerdings im Moment noch nicht in Sicht.

Noch nicht in Sicht? Hallo Mr. Grant, viele Grüße!! Ich bin jetzt ein Riesen-Fan von Ihnen. Melden Sie sich doch mal …

Das Interview der SZ mit Hugh Grant führte der Journalist Dirk Peitz in Berlin.

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