Wiesn-Zeit, Obandl-Zeit: Nix ist so sexy wie ein Dirndl, und die normalen Flirt-Gesetze sind außer Kraft gesetzt

Wir Münchner haben´s einfach gut, oder? Warum jetzt schon wieder? Ganz einfach: die größte Flirt- und Kontaktbörse der Welt befindet sich nicht in Paris, Bangkok oder Honolulu, sondern mitten in unserer schönen Stadt: die Wiesn. Ja, das gute alte Oktoberfest ist – für alle, die es noch nicht wussten – weit mehr als ein Bierfest und Rummelplatz. Es ist der heißeste, wildeste und ‘schnellste’ Sex-Anbahnungsplatz der Welt – mit einem heißen Mix aus Italienern, Amerikanern, Australiern und urigen Müchnern. Ein Gang auf die Wiesn ist somit für jede schöne Münchnerin wie ein Tanz auf der Rasierklinge: auf der einen Seite droht der Sturz in einen One-Night-Stand, auf der anderen der weiche Fall in eine ernstgemeinte Langzeitbeziehung, die – mindestens – bis zur nächsten Wiesn hält. Nicht von ungefähr ergab passenderweise erst kürzlich eine Studie, dass fast ein Viertel aller Deutschen ihren Partner bei Volksfesten, in Bierzelten und auf Rummelplätzen gefunden hätten. Da legst di nieder!
Dabei gelten für den Oktoberfest-Flirt einige ganz eigene Gesetze. Hier die wichtigsten Tipps:

1. Obandln (‘Anbändeln’, Flirten)
Erstmal zum Sprachgebrauch: Wer auf der Wiesn ‘flirtet’, ist definitiv ein ‘Zuagroasta’, ein Nichtbayer jenseits des Weißwurschtäquators, oder ein unwissender Touri. Auf der Wiesn wird „obandl´d“. Was für eine wunderschöne Umschreibung dessen, wenn zwei Menschen sich näherkommen: sie verbandeln sich. Der Bayer verwendet ‘obandln’ nicht nur auf der Wiesn, sondern ganz allgemein, und damit ist eigentlich normalerweise eher die ruhige, staade und sanfte Tour gemeint. Mit Charme und Schmalzblick, wie beim ‘Monaco Franze’.

Auf der Wiesn gelten aber, wie gesagt, spezielle Gesetze. Das Obandln läuft hier prinzipiell wie jeder andere Flirt auch, nur sozusagen im Holzhammer- oder Turbomodus. Es geht schneller, direkter und unverblümter zur Sache. Und es kommt nicht selten vor, dass vom ersten ‘Servus’ bis zum wilden Rumbusseln, bei dem sie auf seinem Schoß sitzt, weniger als eine Minute vergeht.

Freilich gibt es auch den leisen und zurückhaltenden Flirt auf der Wiesn, aber der passiert nicht abends im Bierzelt, sondern Mittags oder Nachmittags im Freien, am Biertisch, im Café oder an einer Schaustellerbude. Klassiker: „Darf ich dir eine Rose schießen?“, viel besser aber: „Derf e da a Rosn schieassn?“

2. Outfit
Tracht ist sexy. Auf der Wiesn braucht frau weder Minirock noch High-Heels, um beim Mann zu ‘zünden’. Im Gegenteil: das wirkt eher deplaziert und abtörnend. Aber nichts betont die weiblichen Formen so gut, wie ein echtes oberbayerisches Dirndl. Obenrum muss es straff und eng sitzen, damit das ‘Holz vor der Hüttn’ ordentlich präsentiert wird. Was die Länge betrifft: Nicht zu kurz, nicht zu lang. Die Beine dürfen schon hervorblitzen, aber zuviel zeigen sollte Frau nicht. Minirock-Dirndl sind nur was für ganz resche Madln, die nachmittags unterwegs sind.

Waren in den vergangenen Jahren modisch aufgepeppte Pseudo-Dirndl ‘in’, geht jetzt der Trend eindeutig zum klassischen Original. Geheimtipp für Wiesn-Neulinge: Dadurch, wo die Frau ihre Schürze über dem Dirndl bindet, kann sie, wenn sie möchte, unzweideutig signalisieren, was sie auf der Wiesn sucht: Links gebunden bedeutet „Ich bin frei”. Die Schleife rechts signalisiert „Ich bin in festen Händen”. Profi-Charmeure unter den Wiesn-Burschen lassen sich davon freilich selten aufhalten – außer, der Partner der angeflirteten Schönen sitzt gleich daneben.

Echte Kerle gehen natürlich auch in Tracht auf´d Wiesn, in Lederhosen und Hemd oder Janker. Dabei läuft so allerhand unter ‘Lederhose’, vom billigen Imitat bis zur echten Hirschledernen. Verständlich, dass nicht jeder ein kleines Vermögen für eine Echte ausgeben kann, aber es gibt auch ganz passable Angebote aus dem Kaufhaus, die den Mann zünftig aussehen lassen. Je näher am Original, je besser. ‘Kasperlhosen’ mit Phantasie-Schnickschnack sind nur was für Preissn und Australier. Bei einer Original-Hose zeigt der Träger durch Stickereien (u.a. auf dem Hosenlatz) seine Herkunft. Lang oder kurz: wer zünftige Wadln hat, trägt kurz. Die Haxn werden dann durch Kniestrümpfe oder Wadlstrümpf betont. Eine echte bayerische Lederhose ist eine „Krachlederne“. So heißt die Hose aber erst dann zu Recht, wenn sie, nach einigen Jahren im Bierkampfgetümmel, auch ohne ihren Besitzer stehen kann.

3. Sprüche
Plumpe Anmachsprüche kommen bei Frauen eigentlich nie sonderlich gut an, aber auch hier gelten auf der Wiesn eigene Gesetze. Was Mann im normalen Leben niemals zu einer Frau sagen würde, schwappt hier ungebremst aus ihm heraus. Und das Schöne daran: die Wiesn-Madln nehmen das nicht krumm. Schließlich sind die meisten von ihnen selber zum Obandln und Flirten hier. Eigentlich ganz egal, was einer sagt, Hauptsache, er traut sich.

Denn, für alle, die es noch nicht wussten: Frauen werden gern angesprochen, lassen sich in den Mittelpunkt stellen und sind umschwärmt – und auf der Wiesn passiert das zur Genüge. Und wie ‘elegant’ der Anmachspruch ist, ist hier völlig egal. Oft reicht schon ein einfaches ‘Servus’ und ein tiefer Blick in die Augen und schon geht die Lucie ab. Das normale Flirtverhalten, das sich üblicherweise über zwei, drei Stunden abspielt, schnurrt hier zusammen auf einen Augenblick.

Darum hier ein paar platte Sprüche, die meist trotzdem wirken:
• Du bist diejenige, für die ich genau diesen Platz freigehalten habe.
• Kann ich dir was bestellen, was nicht auf der Karte steht?
• Ich wüsste da einen ziemlich guten Sport, mit dem wir unsere Kalorien wieder abbauen können …

Viel besser punktet man aber auf bairisch:
• Hock de her, Madl!
• Du gfoist ma!
• Du schaugst guat aus!
• Mogst a Stück von meiner Brezn?

Vorteil Wiesn: ‘Captured Audience’, wie die Wissenschaft es nennt. Das heißt: deine Angebetete haut dir nicht so leicht ab (sie ist ‘captured’, also gefangen). Denn: Schließlich sind alle froh, wenn sie endlich einen freien Platz an einem Tisch bekommen haben.

4. Abschleppen
Wenn die Wiesn um Mitternacht dicht macht, ist Zeit fürs ‘Abschleppen’. Zahlreiche After-Wiesn-Events bieten jede Menge Möglichkeiten, das ‘Obandln’ noch zu verlängern. Normalerweise sollte das aber nach einem aufgeheizten Wiesn-Abend nicht mehr nötig sein. Wildknutschend macht man sich in Taxi oder Rikscha auf den Nachhauseweg – zu ihm oder zur ihr. Und so manche können es nicht erwarten und verschwinden im Gebüsch. Alkohol: echte Burschen wissen, wann es genug ist – für beide. Denn eine Frau ins Bett zu zerren, die im Alkoholtaumel nix mehr mitkriegt, ist keine ‘Eroberung’ sondern eine ganz billige Nummer. Und außerdem kann es ein böses Erwachen für beide geben, und man/frau möchte die Nacht am liebsten auslöschen. Darum: Alkohol auf der Wiesn gehört, klar, dazu, aber wer tatsächlich noch guten Sex haben will, sollte rechtzeitig die Kurve kriegen – das gilt für Mann und Frau.

PS.: Sogar die Stadt München hat sich übers Flirtverhalten auf der Wiesn Gedanken gemacht, und die ‘Offiziellen Flirt-Tipps der Stadt München zur Wiesn’ ins Netz gestellt, hier.


Habt Ihr auch schon Flirt- und Obandl-Erfahrungen auf der Wiesn gesammelt? Die herzklopfen.net-Redaktion möchte eure Stories sammeln und die besten vorstellen. Schreibt sie uns!

Website des Autors
Bücher von Armin Fischer:
‘Sex nach sechs Stunden’
‘Frauen – Eine Bedienungsanleitung’
‘Alles, was ein Mann tun muss’

Ein Kommentar

  • [...] Wiesn-Zeit, Obandl-Zeit: Nix ist so sexy wie ein Dirndl, und die normalen Flirt-Gesetze sind außer Kraft gesetzt Veröffentlicht am 26. September 2010 von editor Wir Münchner haben´s einfach gut, oder? Warum jetzt schon wieder? Ganz einfach: die größte Flirt- und Kontaktbörse der Welt befindet sich nicht in Paris, Bangkok oder Honolulu, sondern mitten in unserer schönen Stadt: die Wiesn. Ja, das gute alte Oktoberfest ist – für alle, die es noch nicht wussten – weit mehr als ein Bierfest und Rummelplatz. Es ist der heißeste, wildeste und ‘schnellste’ Sex-Anbahnungsplatz der Welt – mit einem heißen Mix aus Italienern, Amerikanern, Australiern und urigen Müchnern. Ein Gang auf die Wiesn ist somit für jede schöne Münchnerin wie ein Tanz auf der Rasierklinge: auf der einen Seite droht der Sturz in einen One-Night-Stand, auf der anderen der weiche Fall in eine ernstgemeinte Langzeitbeziehung, die – mindestens – bis zur nächsten Wiesn hält. Nicht von ungefähr ergab passenderweise erst kürzlich eine Studie, dass fast ein Viertel aller Deutschen ihren Partner bei Volksfesten, in Bierzelten und auf Rummelplätzen gefunden hätten. Da legst di nieder! Dabei gelten für den Oktoberfest-Flirt einige ganz eigene Gesetze. Hier die wichtigsten Tipps: mehr… [...]

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