Juli 1, 2010
32 Grad, Fußball-Sommermärchen, und bald ist Urlaub. Für viele die Gelegenheit, aus dem Alltagstrott auszubrechen und – zumindest temporär – in ein ganz anderes Leben einzutauchen, inklusive exotischem/er Lebenspartner/in. Lisa Fitz, die deftige bayerische Kabarettistin, hat es schon hundertmal vorgemacht: ihre Liebespartner findet sie mit Vorliebe auf karibischen Inseln. Zehntausende andere machen es ebenso. — Und immer häufiger sind es mehr als unbedeutende Urlaubs-Flirts, die schnell vergessen sind: Wenn man einigen Statistiken glaubt, sind die Deutschen ein Volk auf der Flucht, denen es überall besser gefällt, als zu Hause. Rund 175.000 Deutsche sind im Jahr 2008 ausgewandert – soviel wie noch nie zuvor, seit Zahlen darüber gesammelt werden. Und das ist nur die offizielle Anzahl derjenigen, die sich an ihrem deutschen Wohnsitz abgemeldet haben. Niemand kennt die wahre Menge der ‘informellen’ Langzeit-Aussiedler. Der Journalist Burkhard Riedel, der sich mit dem Thema beschäftigt, lässt auf seiner Website abstimmen: Wo wollen Sie in Zukunft leben? • Im Inland • Im Ausland • Im In- und Ausland. Ergebnis: Insgesamt 76 Prozent sagen: ‘Im Ausland’ oder ‘Im In- und Ausland’.
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Juni 22, 2010
‘Fragen an den Date Doktor’: Heute Tim Abdruck mit der Erlaubnis der Briefschreiber/innen – die Namen der Fragesteller wurden im Text verändert. Tim: Ich habe Schwierigkeiten, auf Frauen zuzugehen. Helfen ‘Ratgeberbücher’ in Sachen Liebe und Flirt wirklich weiter? Armin: Lieber Tim, ich bin bei dieser Frage ein wenig befangen, denn ich habe ja selbst zwei Ratgeberbücher zum Thema Frauen und Verführung geschrieben. Darum sollte ich jetzt eigentlich ein klares und deutliches Ja herausposaunen. Doch ich will seriös und etwas vorsichtiger antworten: Ja und Nein. Ja, weil man sich in solchen Büchern nützliche Anregungen holen kann. Weil ein gutes Buch Aha-Effekte wie am Fließband erzeugt, und man sich ständig fragt: ‘Warum bin ich da noch nicht selber draufgekommen?’ ‘Warum mache ich das nicht längst so?’ undsoweiter. Nein, weil Lesen alleine nicht reicht. Wir wissen alle: Man kann etwas rational verstanden haben – und dennoch ist es ungemein schwer, dieses theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen. Zum Beispiel kann man rational sehr wohl verstehen, wie die Börse funktioniert und wie sich die einzelnen Aktien in ihr bewegen. Das kann man sich alles anlesen. Dennoch versagen die meisten Aktien-Jongleure in der Praxis, und es gibt nur ganz wenige Großmeister. Woran liegt das: Das Leben ist komplexer, als ein Buch es abbilden kann. Der Wimpernschlag, der zwischen Sieg und Niederlage entscheidet (beim Flirt, auf den Börsenparkett oder anderswo), kommt in einem Buch nicht vor, weil er sich rational nicht erfassen lässt. Er ist eine Frage des Gespürs und der Erfahrung.
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