NEU.DE HerzklopfenTalk: Das ungewöhnliche Leben der Leistungssportlerin Katharina Alberti

In „HerzklopfenTalk“ befragen wir Menschen, die wir interessant finden und von denen wir einfach mehr erfahren sollten. Dazu gehört die Leistungssportlerin Katharina Alberti, die mit ihren 27 Jahren bereits zwei komplett unterschiedliche Profi-Sportkarrieren hingelegt hat, und nun vor einer ihrer größten sportlichen Herausforderungen steht. Sie nimmt an der TRANSALP, einem der härtesten und bedeutendsten Mountainbike-Touren der Welt, teil. Wie sieht das Leben der Katharina Alberti aus?

Herzklopfen: Katharina, Du warst in Deiner Jugend bis zu Deinem 19. Lebensjahr Tennisprofi. Dann kam durch eine Schulterverletzung die Kehrtwende zum Radsport – ebenfalls als Profi. Was treibt Dich?

Katharina: Irgendwie scheint der Sport unserer Familie im Blut zu liegen. Bereits als 6-Jährige haben mich meine Eltern zum Tennis mitgenommen. Dann kam alles von alleine, denn ich hatte schnell irrsinnige Freude an diesem Sport und dem Training. Nach der Verletzung bin ich auch wieder durch meine Eltern, die ebenfalls Radsport betreiben, aufs Rad gekommen. Bei mir geht es einfach nicht ohne den Sport. Mir macht es Spaß, ich liebe die Herausforderung, an meine Grenzen zu gehen, und auch die Wettkämpfe.

Herzklopfen: Andere Jugendliche gingen ins Freibad, Du zum Training auf den Platz. Wie hast du das damals erlebt?

Katharina: Im Tennis kannst Du gutes Geld verdienen, das ist in gewisser Weise eine spannende Perspektive. Außerdem hat mir dieser Sport – wie gesagt – einfach sehr viel Spaß gemacht. Nebenbei hat wohl mein Talent eine Rolle gespielt, dass man mich bereits sehr früh gefördert hat – grinst. Aber es stimmt, einiges ist dabei auf der Strecke geblieben. So richtig Freizeit hat man eigentlich nicht – einfach mal mit Freunden loszuziehen ist eher selten. Jedoch war es für mich rückblickend am schwierigsten, meine Ausbildung zurückgestellt zu haben. Ich habe damals nach der Mittleren Reife die Schule für den Sport abgebrochen. Als ich dann wegen der Verletzung aufhören musste, musste ich erst einmal wieder ganz von vorne mit einem „normalen“ Leben beginnen: Wieder die Schulbank drücken, Abitur nachmachen und jetzt studiere ich BWL in München. Gelernt habe ich, das beherzige ich auch bei meinem derzeitigen Sport, dass ich nicht mehr Vollzeit in den Profi-Sport zu Lasten meiner Ausbildung und meiner Zukunft einsteige. Beides muss sich einfach miteinander kombinieren lassen.

Herzklopfen: War es denn überhaupt möglich Freundschaften und Beziehungen während dieser Zeit aufzubauen?

Katharina: Ja, klar kann man Beziehungen und Freundschaften aufbauen. Aber irgendwie halt immer in Verbindung mit dem Sport. Man trifft sich beim Training oder bei Wettkämpfen. Dennoch ist es natürlich gut und wichtig, Freundschaften auch außerhalb des Sports zu haben. Man muss ja auch mal abschalten und über ganz normale Themen quatschen können. Gerade nach der Beendigung meiner Tenniskarriere weiß ich es noch besser, dass es auch neben und nach dem Sport ein ganz normales Leben geben muss.

Herzklopfen: Ist es für Sportler wie Dich eher leichter einen Partner zu finden, weil der Sport verbindet und man sich darüber möglicherweise auch besser kennenlernt, oder eher das Gegenteil?

Katharina: Dadurch, dass man viel unterwegs ist, lernt man sehr viele gleichgesinnte Menschen mit den unterschiedlichsten Charakteren kennen. Das ist schon sehr spannend. Wie im „normalen Leben“ bekommt man mit der Zeit ein Gefühl dafür, wer auf der gleichen Wellenlänge liegt und wer eher nicht.

Herzklopfen: Das möchten wir gerne doch genauer wissen: Kommen als Partner auch nur andere Leitungssportler in Frage, da ansonsten die Lebensweisen zu unterschiedlich wären? Kann man überhaupt Beziehungen pflegen, wenn man sportlich so aktiv ist?

Katharina: Selbstverständlich müssen es nicht nur Leistungssportler sein, das wäre ja schlimm…. Aber es ist sehr wichtig, dass der Partner ein Interesse und das Verständnis, für das was man da tut, hat. Das ist gerade im Teenager-Alter ein Thema. Ich habe mich damals aber gar nicht so um einen „festen Freund“ gekümmert, da ich mich echt auf den Leistungssport konzentriert habe. So hatte ich eigentlich meinen ersten richtigen Freund nach meiner Tenniskarriere.

Herzklopfen: Kommen wir zu Deiner neuesten sportlichen Herausforderung: die TRANSALP. Eigentlich bist Du Straßen-Radsportlerin und – nicht zu vergessen – Triathletin. Wie kommst Du nun zur Teilnahme an einer solch harten Mountainbike-Rundfahrt? Das auch noch im Mixed-Team?

Katharina: Man lernt sich einfach kennen :-). Mein Straßenteam „Kogaladies-Central Rhede Cycling Team“ ist ein reines Mädelsteam, das schon sehr leistungsorientiert und fokussiert ist. Die Mountainbiker sind irgendwie cooler. Man geht auch mal zusammen in den Biergarten und quatscht. Außerdem ist es ein gemischtes Team. Es herrscht einfach eine gute Stimmung. Das hat mir Spaß gemacht und es kam eins zum anderen. Und nun fahre ich mit Matthias (Matze) Gärtner die TRANSALP.

Herzklopfen: Was haben wir uns unter einem Mixed-Team bei der TRANSALP vorzustellen. Fahren Matze und Du dieses harte Rennen wirklich nebeneinander?

Katharina: Ja, genauso ist es. Bei der TRANSALP starten sowohl Profis als auch Hobby-Mountainbiker immer in Zweierteams. Das Team muss die Ziellinie bei jeder der acht Etappen wirklich gemeinsam überqueren. Auch während des Rennens hilft man sich, wenn es Probleme gibt, und motiviert sich natürlich auch gegenseitig. Es starten Männer- und Frauenteams, aber auch Mixed-Teams – d.h. Männlein und Weiblein.

Herzklopfen: Seid Ihr also bereits ein eingespieltes Team?

Katharina: Das kann man so und so sehen (lacht). Wir haben noch keinen Wettkampf zusammen bestritten. Er ist der beste MTB-Fahrer, den ich kenne, und ich bin der Neuling in Sachen MTB. Außerdem bin ich für diesen Sport in Wahrheit sogar noch recht jung. Die Mountainbikerinnen sind in der Regel so Anfang bis Mitte 30. Da hier nicht unbedingt die Spritzigkeit den Ausschlag gibt, sondern die Wettkampfhärte und die Erfahrung entscheidend sind.

Mit der Entscheidung, ob wir die TRANSALP zusammen fahren, haben wir uns einige Monate Zeit gelassen, weil wir uns erst einmal wirklich kennenlernen mussten. Ich bin noch nicht lange im Team und bei einer solchen Team-Rundfahrt muss es nicht nur sportlich passen, sondern auch menschlich. Man geht enorm an seine Grenzen und braucht einen Teampartner, dem man voll und ganz vertraut und mit dem die sogenannte Chemie stimmt.

Herzklopfen: So habt Ihr beiden nicht nur gemeinsam trainiert, sondern Euch quasi auch privat „gedatet“?

Katharina: Genau. Obwohl ich Single bin, sollte man sich das jetzt nicht so romantisch vorstellen (grinst). Wir haben viel miteinander gequatscht, was unsere Ziele sind, wie wir das Ganze angehen wollen und was unsere Stärken und Schwächen sind – sportlich und mental.

Ich habe Matze gleich zu Beginn gefragt, ob das nicht für ihn sehr schwer und vielleicht sogar langweilig werden wird, sich auf mein niedrigeres Leistungsniveau und die fehlende Erfahrung einzulassen. Mich quasi ständig mitzuziehen und nicht einfach voll Power die Etappen fahren zu können. Das ist für ihn allerdings genau die Herausforderung, das Rennen in dieser Konstellation zu fahren. Das beruhigte mich.

Herzklopfen: Was ist Matze denn für ein Typ: Dein Typ Mann bzw. Team-Partner?

Katharina: Auf den ersten Blick sind wir, außer dass wir beide mit Leib und Seele Leistungssportler sind, total unterschiedlich. Auf mich hat er zu Beginn recht kühl und vielleicht sogar ein bisschen abweisend gewirkt. Stimmt aber nicht. Er ist ein ruhiger, angenehmer Typ, der natürlich hart in seinem Sport ist – das muss auch so sein, sonst hat man keinen Erfolg. Aber trotzdem kann er sich sehr gut in seinen Teampartner, besser gesagt Teampartnerin, einfühlen und achtet auf mich. Das gefällt mir sehr gut.

Klar haben wir alle nur unseren Sport im Kopf, obwohl er neben dem Leistungssport Vollzeit berufstätig ist und ich noch im BWL-Studium stecke. Wir teilen aber beide, neben der Leidenschaft für unseren Sport, die Liebe zur Natur und zu den Bergen. Und den Spaß an Schnelligkeit. Ich liebe schnelle Autos und Motorräder, und bin dann gleich auf sein Motorrad gestiegen. Also noch eine Gemeinsamkeit.

Herzklopfen: Das interessiert uns natürlich brennend. Gibt es bei Euch im Rad-Leistungssport eigentlich viele Singles? Wenn ja, was meinst Du, woran das liegt?

Katharina: Nicht unbedingt. Ich glaube, das ist bei den Rad-Sportlern im Schritt genau wie bei den Hobbysportlern. Mit dem kleinen, feinen Unterschied, man lebt für den Sport. Der Radsport ist ein Einzelsport, der mit sehr viel Training verbunden ist. Da muss der Partner schon Verständnis und Interesse nicht nur an einem selbst, sondern auch am Radsport mitbringen. Das ist manchmal nicht so leicht zu finden, wenn man dann noch seine „üblichen“ Kriterien, wie Charaktereigenschaften oder optische Aspekte, anlegt :-).

Über Katharina Alberti: Katharina wohnt in Ottobrunn und studiert derzeit neben dem Leistungssport BWL. Bis 2003 war sie Tennisprofi. Eine Schulterverletzung zwang sie dazu, mit dem Tennis-Leistungssport aufzuhören. Ohne Sport kann Katharina aber nicht. So kam sie, nicht zuletzt durch ihre Eltern, zum Radsport. 2008 – 2009 widmete sie dem Triathlon und war ab Juni 2009 bereits Teammitglied im Profi-Straßenteam „Cervelo Test Team“. Da das Fahren in einem Profiteam ein Vollzeitjob ist und Katharina aber ihr Studium unbedingt weiter machen wollte, wechselte sie 2010 zum Straßenteam „Kogaladies-Central Rhede Cycling Team“. 2011 ist die Teilnahme bei der TRANSALP ihr erster Einsatz bei einem Mountainbike-Event. Die TRANSALP wird vom 16.-23. Juli 2011 in acht Etappen von Mittenwald nach Riva am Gardasee gefahren. Katharina Alberti und ihr Team-Partner Matthias Gärtner fahren für das „Moooove Racing Team“ .

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