Allein durch die Weihnachtszeit... na und?

Der Weihnachtssingle

Ruckizucki geht das, und schon findet man sich im Vorweihnachtsgetümmel wieder. Jedes Jahr das Gleiche, und jedes Jahr ärgere ich mich erneut darüber, alles auf den letzten Drücker zu machen. Doch hier soll es nicht darum gehen, wie ich meine Fähigkeit, mich selbst zu organisieren irgendwann von der Note „Ausreichend“ zumindest auf ein „Gut“ steigern kann. Vielmehr habe ich mich in den letzten Wochen oft gefragt, ob man diese aufregende Zeit um Weihnachten herum wohl lieber als Single oder als Paar verbringt.

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, müssen wir zugeben, dass wir alle – wenn auch meist unfreiwillig – Klischeedenker sind. Weihnachten. Glitzernder Schnee. Händchenhaltend über den wundervoll beleuchteten Weihnachtsmarkt schlendern. In eine Decke gekuschelt zu zweit vor dem Kamin. Schlittschuhlaufen auf dem See. Ganz klar: Diese Jahreszeit ist wie für Pärchen gemacht. In einer Runde vieler glücklicher Paare, die sich alle auf den Weihnachtsmärkten der Nation liebevoll die Hände und die Lippen wärmen, ist man als Single ganz klar erst mal der Verlierer.  Man ist der, den alle (auch wenn es nur kurz ist) mit diesem „Allein-zur-Weihnachtszeit-du-arme-Sau-bist-zu-bemitleiden-Blick“ beglücken. Ich gebe zu, auf den ersten Blick mag es tatsächlich so aussehen, als wären wir Singles die armen Schweine der Weihnachtszeit. Auf den ersten Blick, wohl gemerkt. Intensive Recherchen meinerseits – durchgeführt im Dschungel der Großstadt – haben eindeutig ergeben: Es ist nicht alles Gold was glänzt!

Warum nehme ich dich eigentlich mit?

Mein Beobachtungsstandort: Innenstadt, Samstagnachmittag. Die Stimmung ist weit entfernt von romantisch. Menschenmassen im Kaufrausch schieben sich im Schneckentempo durch die Fußgängerzone. Die Geräuschkulisse: Ein Mix aus Jingle Bells, der sich unbarmherzig wiederholenden Karussellmusik und schreienden Kindern. Ich stehe etwas abseits und verfolge das lustige Treiben. Mein erster Stopp: Ein Klamottenladen. Schon beim Hineingehen ist mir viel zu warm und ich bekomme schlechte Laune. Ich, für mich selbst. Anders ergeht es dem bemitleidenswerten Herren, der vor den Umkleidekabinen auf seine Freundin wartet. Sie hat auch schlechte Laune, behält diese aber nicht für sich. „Ich habe gesagt Größe 38! Das ist 40! Kannst du nicht lesen?? Oder sehe ich aus als müsste ich 40 tragen?? Warum nehme ich dich eigentlich mit?“ Ja warum eigentlich? Besser hätte es dem Wohl ihrer Beziehung wahrscheinlich getan, hätte sie ihn am Würstchenstand mit seinen Kumpels abgesetzt und wäre alleine einkaufen gegangen.

Das gleiche Bild eröffnete sich mir immer und immer wieder. Keifende Frauen neben ihren immer kleiner werdenden Lebenspartnern, gestresste Männer, die die Augen verdrehen und mit dem Gedanken spielen, ihre nörgelnde Liebste einfach inmitten des Tumults stehen zu lassen. Die gleiche Stimmung finde ich auf dem Weihnachtsmarkt vor: Gefährlich angespannt, genervt, hektisch. Mit Glühwein übergossener Mantel hier, Zuckerwatte an der Hose da, schreiende Kinder, stinkende Würstchenbuden, und zudem noch nicht mal mehr Schnee. Und das soll romantisch sein? Ich beschließe ganz für mich allein, dass es wohl eine gute Idee wäre, mir noch eine fettige Bratwurst zu gönnen, und den Heimweg anzutreten, bevor meine Laune kippt. Zu Hause angekommen genieße ich die Ruhe, lümmele in meiner Hausjogginghose auf dem Sofa, lese ein Buch und freue mich, dass ich Zeit für mich – ja genau – alleine habe.

Oh du fröhlicher … Weihnachtssingle

Später am Abend klingelt mein Telefon, eine meiner vielen liierten Freundinnen ist am anderen Ende. „Und? Was machst du über die Feiertage?“  – „Also am 23.12. müssen wir beide arbeiten und setzen uns dann ins Auto und fahren zu seinen Eltern (die 450km entfernt wohnen). Am nächsten Morgen sind wir zum Weihnachtsfrühstück seiner Oma eingeladen, fahren danach sein Patenkind besuchen, gehen mit den Eltern der Schwester seines Bruders zum Krippenspiel und machen dort den ersten Teil der Bescherung am frühen Nachmittag. Danach fahren wir weiter zu meinen Eltern (weitere 200km), und bescheren dort. Am ersten Feiertag essen wir bei ihnen und fahren dann zum zweiten Feiertag wieder zu seiner Familie. Und was machst du?“ Ja, was mache ich? Ich fahre zu meinen Eltern, und werde wohl essen und mich betrinken – im Wechsel.  Und am Tag darauf auch. Und an dem danach. Ist das nicht herrlich?

Wenn man es also mal genauer betrachtet, sind wir Singles absolut nicht bemitleidenswert. Mal abgesehen vom normalen Weihnachtswahnsinn, streiten wir uns bestimmt deutlich weniger, schreien nicht so viel rum, pflegen unser Nervengewand und leben somit ein paar Jährchen länger.  Natürlich geht die ein oder andere romantischen Situation an uns vorbei. Kein Geschmuse vor dem Kaminfeuer,  kein ineinander geschlungenes Herumgestehe an  Weihnachtsmarktbüdchen, kein händchenhaltendes Schlittschuhgelaufe und es pinkelt uns auch niemand ein Herz in den Schnee. Ich denke allerdings, wir können das ganz gut verkraften. Denn sind wir mal ehrlich, jede Jahreszeit kann hervorragend dazu genutzt werden, sich selbst zu bemitleiden. Und ehe wir uns versehen, bemitleiden wir uns über das ganze Jahr hinweg und vergessen dabei das Leben zu lieben wie es ist. Ich bin ein Weihnachtssingle – und ich bin stolz darauf!

Schöne Feiertage euch allen!

xoxo_Carrie

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