Anleitung zum nicht www.eggeklickt werden

Die Eisbrecher-Nachricht

yes or no

Dating im Allgemeinen ist schon eine brenzlige Sache. Vor allem stelle ich das fest, nachdem ich systematisch begonnen habe, die einzelnen Schritte bis in ihre Details zu zerpflücken. Was man da alles falsch machen kann… Genau so viel kann man allerdings auch richtig machen, wenn man gewillt ist, ein kleines bisschen seiner wertvollen Zeit zu investieren. Letzten Freitag ging es um Profilbilder, was sie im Optimalfall bewirken sollten, und was die teilweise doch sehr bizarre Realität ist. Glaubt mir, ich habe noch so viele unterhaltsamen Varianten in petto, aber heute wie versprochen ein anderes Thema: die erste Nachricht.

Ein Datingportal, auf dem ich mich seit geraumer Zeit herumtreibe, formuliert es sehr nett wenn sich ein Treffer ergeben hat: XYZ hat auch Interesse an dir. Brich das Eis mit einer aussagekräftigen Nachricht. „Aussagekräftig“ ist hier – man wird sich wundern – tatsächlich das Zauberwort. Ich kann nicht schätzen, wie viele Nachrichten ich bereits ungeöffnet gelöscht habe, weil mir nichts Kluges eingefallen ist, das ich darauf hätte antworten können. Auch hier gibt es die verschiedensten Typen von Nachrichtenverfassern (Nein, ich denke nicht in Schubladen, aber ich kategorisiere für mein Leben gern):

Die Mailverfassertypen

1. Der Mutige: Er will Sex, und das sagt er meist auch recht unverblümt. Dies ist also eine Art von Nachricht, die irgendwie dazugehört, und eventuell bei Gleichgesinnten Anklang findet. Die Bandbreite dieser Nachrichten reichen von einem wortkargen „Bock zu f****?“ bis hin zur detaillierten Beschreibung der männlichen Ausstattung, sowie sämtlichen beherrschten Sexpraktiken. Die nicht ganz so dreiste Version vom „Mutigen“ wählt hier die Anschleichmethode. Etwas Geplänkel, viel Gerede über Hobbies, Interessen etc., und dann erst bieten sie dir an, bei einem romantischen Glas Wein auf ihrer Dachterrasse, deine intimsten Stellen mit ihren magischen Händen zu massieren. Dann doch lieber direkt.

2. Der Wortkarge: Die Taktik des Wortkargen ist es, so viele Frauen wie nur eben möglich mit einer möglichst kurzen und nicht zeitraubenden Nachricht zu beglücken, in der Hoffnung, so die Antworten-Quote zu steigern. Zu Beginn habe ich alle Nachrichten, die offensichtlich nur ein Hi, Hallo, Na oder Tach enthielten ungelesen gelöscht. Aus forscherischen Zwecken habe ich irgendwann getestet, was passiert, wenn Frau es ihm gleichtut, und ebenfalls ein hi zurücksendet…es passiert: NICHTS. Also bitte, was denkt ihr euch denn? Du schreibst mir ein „hi“ und ich antworte mit „Hi du, wow das ist ja so was von toll, dass du ausgerechnet mir schreibst, ich fühle mich wirklich geehrt. Also ich bin die…bla bla bla“? Ich denke eher nicht.

3. Der Erzähler: Wie viel Information brauchen wir von einem Menschen, wenn wir ihn gerade erst kennenlernen? Erst mal in Häppchen oder? Wenn mich in der Kneipe ein Mann anspricht (ansprechen würde, na gut…) sagt er „Hi na wie geht’s? Du bist mir aufgefallen!“ oder so was in der Art. Sagt er „Hi ich bin Hans, ich gehöre der Lifestylevereinigung der LOAS an, mache regelmäßig Yoga, weil mir das hilft, Körper und Geist zu vereinen, und zudem esse ich gerne Schmalzbrot mit Meersalz auf meiner Terrasse, während ich an meinen letzten Nepal Urlaub denke und mir die Beine enthaare…..“? NEIN! Das würde er höchstwahrscheinlich nicht sagen. Warum dann beim Online-Dating? Es ist schön, etwas über den Menschen auf der anderen Seite zu erfahren, aber doch bitte in Maßen. Ich erzähle auch nicht jedem gleich, dass ich gut im Bett bin, das macht die Sache doch irgendwie…unspannend J Ganz schlimm finde ich es, wenn der soeben erhaltene Text nicht mal persönlich für mich getippt wurde (manchmal steht sogar noch der falsche Name in der Anrede), und ich vom gleichen Mann – drei Wochen später – den exakt gleichen Text erneut geschickt bekomme. Männer: wir fühlen uns nunmal gerne wie Prinzessinnen! Und zwar wie die Einzige – nicht wie eine von vielen!

4. Der Unterwürfige: Er verfolgt die Taktik, der Frau mitzuteilen, dass es für ihn quasi eine Ehre wäre, eine Antwort von ihr zu erhalten, weil er es eigentlich nicht wert ist. „Wahrscheinlich hast du sowieso kein Interesse an mir, oder bist gerade mit wichtigerem beschäftigt [aber ich schreibe dir trotzdem und bettle dich ein bisschen an], aber vielleicht schreibst du mir ja trotzdem zurück?“ Also entweder wollt ihr wissentlich Dominas anziehen, bei der ihr euch unterwürfig in die Ecke kauern könnt um, auf Befehle zu warten, oder aber ihr habt den Sinn einer ersten Nachricht nicht verstanden. „Hallo! Ich bin scheiße und hässlich, noch dazu stinke ich ein bisschen. Hast du Lust mir zu schreiben?“ Warum sollte das funktionieren? Warum?

5. Der Dumme: Er lebt in der Vergangenheit. Die Zeit, in der Mann Frauen noch mit vorgefertigten Anmachsprüchen für sich begeistern konnte, hat diese Art von Schreiber verinnerlicht. Hier liest man alles von Engeln, die vom Himmel fallen, Augenfarben, die zu Bettwäschen passen und vergessenen Telefonnummern. Ich denke, dieses Thema kann ich ohne weitere Kommentare abschließen. Oder steht tatsächlich noch jemand auf diese „Hat es weh getan, als du vom Himmel gefallen bist“ – Sprüche?

6. Der Schlaue: Er hat den Dreh raus, oder macht einfach instinktiv das Richtige. Dies ist auch die schwierigste Form der Nachrichtenerstellung, denn sie ist mit zumindest kurzem sich-Gedanken-machen verbunden. Der Schlaue schreibt etwas Aussagekräftiges. Nicht zu kurz, nicht zu lang. Etwas, das Lust macht, zu antworten. Etwas, das die Frau zum Lachen bringt, ihr Interesse weckt. Dass das nicht einfach ist, ist keine Frage. Aber es zeigt dem Gegenüber zumindest etwas Wertschätzung, und gibt nicht das Gefühl eine von vielen zu sein (Prinzessinnenphänomen, da ist es schon wieder).

Doch wie sieht so eine perfekte Eisbrecher-Nachricht aus?

Fest steht, es ist wirklich ganz und gar nicht einfach, und erfordert doch ein wenig Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl von den werten Herren. Vor kurzem hat mich meine Freundin um Rat gefragt, was man denn am besten schreiben könnte zum Einstieg. Ich konnte ihr keine definitive Antwort geben. Ich glaube, gut ist immer eine Nachricht, die eine Frage beinhaltet. Bei „Hallo ich bin Theo, 32, und mag Seidenmalerei“ freue ich mich für ihn, dass er ein so tolles Hobby hat, komme allerdings nicht wirklich in Versuchung, ihm zu antworten. Die Wahrscheinlichkeit jedoch, dass ich Peter zurückschreibe, der sagt „Hallo ich bin Peter, 32, und ich muss sagen, deine Sommersprossen sind ein Traum! Du kletterst? Ich habe mir immer überlegt das man anzufangen“ ist definitiv größer. Und das nicht nur, weil ich finde, dass Seidenmalerei ein befremdliches Hobby für Männer ist, sondern auch, weil ich merke, dass sich zumindest einige Minuten mit meinem mühsam angelegten Profil beschäftigt hat, Interesse an mir zeigt, und mir ein nettes Kompliment macht. Seht ihr? So einfach ist das.

Viel Spaß beim Eisbrechen

xoxo_Carrie

2 Kommentare

  • Liebe Joerg,

    zunächst einmal danke für den Kommentar und die überaus freundlichen Wünsche für meine persönliche Zukunft. Ich höre aus deine Antwort ein kleines bisschen Frust heraus und biete mich natürlich gerne an, diesen aufzufangen. Eine kleine Rechtfertigung: Natürlich ist es immer leichter zu sagen was man nicht will, das gebe ich zu. Und es ist auch leichter, darüber zu schreiben welche Nachrichten nicht gehen. Allerdings kann ich auch nicht in Worte fassen, wie “die richtige Nachricht” Wort für Wort klingen muss. Es geht darum, was darin steht. Ob sich der Schreiber Mühe gegeben hat, auf mich eingeht, und das gaz mit ein bisschen Witz und Charme verpackt. Also empfehle ich dir lieber Joerg, meine Artikel einfach nicht bierernst, sondern mit einem kleinen Aufenzwinkern zu nehmen, und ich werde deinen Ratschlag für zukünftige Artikel beherzigen.

    C.

  • Carrie, du erfüllst hier mal wieder zu 100% ein Vorurteil das ich über Frauen hege. Ihr wisst genau, was ihr nicht wollt, aber zu formulieren, was ihr wollt, ist fast unmöglich. Selbst wenn du vorgibst, zu schreiben wie du es willst (Anleitung zum nicht http://www.eggeklickt werden), ist es dir schlicht unmöglich das auch zu tun. 80% des Textes drehen sich darum, wie man es falsch macht, das weisst du offensichtlich sehr genau. Dann kommt EIN spärlicher Absatz mit ein bisschen Gestammel wie es vielleicht gehen könnte, aber eine definitive Antwort hast du leider nicht. Ist das dein Ernst? Du findest das sicher, so wie alle Frauen, auch voll ok und normal, genau das Gegenteil von dem zu tun was du vorgibst zu wollen. Männer Nr. 1-6 sind die gerechte Strafe für euch. Mögen sie auch dich für immer begleiten!
    Gruß
    Joerg

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