Die First-Date-Schweinegrippe grassiert tatsächlich. Aber an Therapien wird gearbeitet

Amüsiert habe ich den letzten Artikel meiner Kollegin Judith Alwin mit dem schönen Titel: ‘Erst-Date-Fieber – Infektiöser als die Schweinegrippe?’ gelesen. Dabei berichtet sie von „Totalausfällen” beim First Date, oder sogar noch in dessen Vorfeld. Sprich: Männer, die online auf cool tun, aber dann vor einem Treffen im realen Leben kneifen, Männer, bei denen ein unerwarteter Anruf zu Hyperventilation und Sprachlosigkeit führt, Männer die deutlichen Nachholbedarf an sozialer Kompetenz und zwischenmenschlicher Interaktion haben, undsoweiter. Das ist amüsant zu lesen, und davon lebt auch Judith Alwins Buch. Allerdings befällt die virtuelle Schweinegrippe nicht nur Männer, sondern auch Frauen in gleichem Maße.

Sich in der virtuellen Welt zu verlieren ist ein allgemeines Phänomen. Aber Mann/Frau kann auch ganz andere ‘Fehler’ machen. So erzählte mir eine gute Freundin, sie habe sich jetzt in einer Partnerbörse angemeldet, in der die Fotos von allen Partner-Suchenden sofort sichtbar sind. „Da kann man blitzschnell durchblättern und aussortieren. Den Text lese ich gar nicht.” sagte sie. Dass viele Online-Fotos lügen oder täuschen, war ihr dabei egal oder nicht bewusst. (Übrigens: Und mir war bis dahin nicht klar, dass Frauen so oberflächlich sind ;))

Das wirft ein Licht auf ein grundsätzliches Problem: Online-Dating, so wie es heute praktiziert wird, hat einen extrem selektiven Charakter. Und selektiert wird dabei an Hand einiger weniger, aber ganz entscheidender Kriterien: das Foto, ein paar Zeilen Selbstdarstellung, und einige „Fakten” zur Person (bei denen natürlich auch geschummelt werden kann). Diese harte Selektion führt dazu, dass eine gewisse Spezies von Männern und Frauen im Netz überdurchschnittlich begehrt sind, nämlich die guten (und bei Männern: coolen) Selbstdarsteller. Während die große Masse der anderen untergeht, obwohl sie vielleicht ungeahnte Qualitäten haben. Um es plakativ zu sagen: Stille Wasser sind zwar tief, aber im Internet uninteressant. Dort zählt erst mal nur, was sichtbar auf der Oberfläche schwimmt.

Dass heißt nun nicht, dass man auf Online-Dating verzichten sollte. Das ist wahrscheinlich gar nicht mehr möglich, es ist ein Element unserer Zeit. Das Internet ist omnipräsent, und es ist logisch, dass sich auch die Partnersuche ein Stück weit dorthin verlagert. Wir sollten also das Medium nutzen, aber uns zwischendurch öfters mal die Mechanismen, die beim Online-Dating greifen, klar machen.

Online-Partnerbörsen können und werden an Methoden arbeiten, um auch den „Stillen Stars” und versteckten Diamanten da draußen bessere Möglichkeiten zu geben, sich zu präsentieren. Eine Möglichkeit könnten multimediale (Video-)Botschaften sein, die man, wie bei youtube ins Netz stellt. Aber dabei gilt dann natürlich: Hier haben die fotogensten und besten Schauspieler die optimalen Chancen. Auch das ist selektiv-verzerrend. Die Partneransprache und das Flirten im Netz so ganzheitlich zu gestalten wie im realen Leben, daran muss aus Sicht der Partnerbörsen noch schwer gearbeitet werden. First-Date-Schweinegrippe im Sinne von Judith Alwin wird es also leider erstmal weiterhin geben, bei Männern und Frauen.

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2 Kommentare

  • [...] Die First-Date-Schweinegrippe grassiert tatsächlich. Aber an Therapien wird gearbeitet Veröffentlicht am 8. Februar 2010 von editor Amüsiert habe ich den letzten Artikel meiner Kollegin Judith Alwin mit dem schönen Titel: ‘Erst-Date-Fieber – Infektiöser als die Schweinegrippe?’ gelesen. Dabei berichtet sie von „Totalausfällen” beim First Date, oder sogar noch in dessen Vorfeld. Sprich: Männer, die online auf cool tun, aber dann vor einem Treffen im realen Leben kneifen, Männer, bei denen ein unerwarteter Anruf zu Hyperventilation und Sprachlosigkeit führt, Männer die deutlichen Nachholbedarf an sozialer Kompetenz und zwischenmenschlicher Interaktion haben, undsoweiter. Das ist amüsant zu lesen, und davon lebt auch Judith Alwins Buch. Allerdings befällt die virtuelle Schweinegrippe nicht nur Männer, sondern auch Frauen in gleichem Maße. Weiterlesen [...]

  • [...] Herr Fischer. Sie haben uns Frauen ertappt. Optik ist uns wichtig. Ich gebe das unumwunden zu und kann Ihre [...]

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