Judith Alwin und die Weihnachtszeit

Er will doch nur spielen….!

 

Die Weihnachtszeit bietet gute Chancen um Mr(s) Right zu begegnen, denn gerade in der kühlen Jahreszeit ist der Wunsch nach dem wärmenden Glück zu zweit besonders stark. Motivation ist also da! Allerdings: Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Nicht nur die seriös Suchenden sind aktiver, sonder auch diejenigen, die zwar vom Zeitgeist angesteckt sind, aber dabei mehr versprechen, als sie nachher halten können. Vorsicht also vor den emotionalen Mogelpackungen.

Zu erkennen sind sie oft am „Ich-bin-hin-und-(bald-wieder)-weg“-Spiel. Allerdings muss man das erst einmal durchschauen….

 

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt

Von seinem Profil lächelte mich ein sehr sympathischer Mann Mitte 40 an. Dazu ein wirklich guter Text. Sein witzig, lockerer Schreibstil. Ich war hin und weg. Natürlich schrieb ich sofort zurück. Eine Woche flogen die Mails hin und her. Er schickte mir weitere Fotos. 5 an der Zahl, auf denen sich ein Mann präsentierte, der durchaus als Fotomodell hätte arbeiten können. Die Art dieser Präsentation ließ darauf schließen, dass ER sich durchaus seines Aussehens bewusst war. Ich fand das eher unmännlich und es kratzte ein bisschen am Bild, das ich mir von ihm natürlich schon gemacht hatte. Doch bisher überwogen die positiven Eindrücke. Sein Versprechen eines ersten Telefonats per SMS: „ …bin bis Sonntag unterwegs. Werde Dich aber Montag anrufen!!!!!“,  musste ich allerdings einfordern. Am Dienstag simste ich ihm: „Wann ist denn Montag?…;-)“

 

Nach einigen Erfahrungen mit seltsamen männlichen Verhaltensweisen bei Androhung des telefonischen Erstkontakts, war ich davon überzeugt, wieder an so ein Exemplar geraten zu sein, das eher mit einem Tiger kämpfen würde, als zum Telefonhörer zu greifen. Falls das so wäre, wollte ich es sofort wissen und diesen unsinnigen Kontakt abbrechen. Doch tatsächlich: Er rief an!!!

 

Ein mehrstündiges Telefonat. Witzig, tiefsinnig, sympathisch. Auf meiner Mr.-Right-Liste kletterte X ganz nach oben. Seine Aussage, dass er eine wichtige Video-Konferenz durch unser Telefonat verpasst habe, ließ mich glauben, dass auch er ähnlich empfand. Dazu eine nette SMS in der Nacht, nach einem vergeblichen Versuch seinerseits mich noch einmal ans Telefon zu bekommen: „Klar, dass Du schon schläfst. Es ist auch schon spät. Wollte Dich nur wissen lassen, dass ich gerade an Dich denke und den Nachmittag wirklich sehr genossen habe. Sweet Kiss. X.“

 

 

Das erste Date …

… ließ auf sich warten. Als Manager musste mein Mr.-Right-Anwärter seiner Truppe irgendwo in Rio incentivetechnisch zur Seite stehen. Keine einzige SMS in dieser Zeit!!! Nur der verabredete Termin stand fest. Nach 10 Tagen Schweigen war ich allerdings überhaupt nicht mehr ‚Treff’sicher. Meine Frage per SMS: „Ich habe lange nichts von Dir gehört. Sehen wir uns am Montag? LG Judith.

Die Antwort kam prompt: „War in drei Ländern in den letzten drei Tagen….sorry! Bin auf dem Weg nach London…möchte dich natürlich sehr gerne treffen… werde Montagabend pünktlich da sein. gLG X.”

Besagter Montag  war drei Tage später. Das abendliche Treffen fand um 19 Uhr in meiner alten Heimat Düsseldorf statt. In einem Lokal, das wir beide kannten. Ich hatte den Tisch reserviert und war pünktlich vor Ort. Er kündigte telefonisch seine voraussichtliche Ankunftszeit an und schaffte es auch tatsächlich – fast –  pünktlich zu sein.

Mein erster Eindruck von ihm: Ein super gepflegter Mann. Groß, gute Figur, mit einem modernen, teuren Anzug bestens gekleidet. Die Haare etwas länger als auf dem Foto. Ein ebenmäßiges Gesicht. Ein schöner Mann. Fast zu schön.

Mein Mr. Right vom ersten Foto wäre mir lieber gewesen. Irgendetwas war hier nicht stimmig. Diese leichten Zweifel gingen jedoch ziemlich schnell in einer interessanten Unterhaltung unter, die erst Stunden später endete. Er war alles andere als langweilig.

Geschickt machte er klar, in welch finanziell gehobener Liga er spielt: Bei der Wohnung, die er zu kaufen gedachte, wurde sein Millionen-Angebot doch glatt von einem super reichen Ehepaar überboten und bei Schnee fuhr er, aus Sicherheitsgründen, doch lieber mit seinem Geländewagen, statt mit dem Porsche.

Körperlich war er NATÜRLICH super fit und bewies sein Können in Sachen Asia-Kampfkunst mit einem Handkantenschlag gegen die Wand, der die Kellnerin vor Schreck fast zu Fall brachte.

 

Das übliche „Mein-Haus-mein-Auto-meine-Pferdebetreuerin“-Spiel

Kaum ein Date, bei dem das nicht zum Intro gehört. Dieses hier war aber wenigstens intelligent verpackt. Streicheleinheiten für mich als Begleitmaßnahme zeigten, dass ich wohl ziemlich genau in sein Jagdschema passte. Er erzählte von seiner Zeit in Düsseldorf, in der er mit seinen Arbeitskollegen auch immer in diesem Lokal zu Gast war.

Einer dieser Kollegen hatte hier jeden zweiten Abend „gepunktet“, so sein O-Ton. Ich brauchte einige Zeit bis mir klar wurde, dass es darum ging Mädels abzuschleppen. Meine Alarmglocken läuteten Sturm!

Gegen 23 Uhr beendete ich den Abend. Ein bisschen abrupt. Zugegeben. Aber ich wollte einen nicht zu späten Zug nach Köln erwischen. Ich war dort ein paar Tage bei einer Freundin zu Gast. Außerdem hatten wir ein zweites Treffen für den nächsten Tag geplant und ich wollte erst einmal über die ambivalenten Eindrücke nachdenken. Besonders über das „Punkten“. So ganz klar war ich mir bei diesem Mann nicht. Wir verstanden uns sehr gut, es war ein unterhaltsamer Abend, aber war ich vielleicht nur ein „Punkt“ auf einer längeren Liste?

Seine SMS noch an diesem Abend: „War wirklich sehr anregend! Had a lot of fun….WIE ERWARTET!!! (finde es übrigens super sexy, wie groß Du bist….aber natürlich nicht NUR DEINE Größe.“

Der nächste Abend sollte Klarheit bringen. Doch das zweite Date kam nicht zustande. Per Telefon teilte er mir mit, dass er zu einem Notfall gerufen wurde, nicht einmal Zeit hatte seine Sachen zu packen – das hätte seine Sekretärin für ihn erledigen müssen – und schon am Flughafen sei.

Während des Gesprächs war es ziemlich hektisch. Offensichtlich stand er gerade am Ticketschalter und checkte ein. Er beteuerte, wie leid ihm das täte und natürlich würden wir das Treffen nachholen.

Danach: Wochenlang keine SMS, keine Telefonanrufe, keine Mails. Erst sechs Wochen später rief er wieder an. Ich hatte ihn längst nicht mehr als Mr.Right im Visier. Das Telefonat war seltsam. Er erzählte mir, dass er zwischenzeitlich mit einer Traumfrau „zum Niederknien“ zusammen war. „Diese Augen“, schwärmte er.

WAS INTERESSIERTE MICH DAS? Allerdings war ich neugierig genug um herausfinden zu wollen, was dieser Mann damit bezweckt? Ich hörte also weiter zu und wurde mit einer interessanten Geschichte belohnt, die ich als sehr gerecht empfand ;-)

Er hatte also diese „Traumfrau zum Niederknien“ niederkniend vor einem anderen Mann bei einer sehr eindeutigen Tätigkeit erwischt, als er sie eines Tages überraschend besuchte. Immerhin wusste ich jetzt, warum ich von ihm nichts mehr gehört hatte. Aber was ich immer noch nicht verstand: Warum erzählte er das MIR?

Bei solchen Fragen muss regelmäßig mein Freund George herhalten. Als Coach und Mann ist er der beste Ratgeber in solchen Situationen. George meinte dazu: „Vielleicht will er reinen Tisch machen und das soll ein Neustart sein. Was Du mir so erzählt hast, scheint ihr ja ganz gut zu passen und irren ist männlich, aber auch menschlich. Versuchs einfach noch mal mit ihm.

Ich entschied mich also, das Ganze weiter laufen zu lassen und zu schauen, was sich daraus entwickeln würde. Allerdings lief nichts so wirklich rund: Mehrere Versuche uns zu treffen scheiterten daran, dass wir uns immer gerade an verschiedenen Orten aufhielten.

 

Judith:Hallo X.  Am nächsten Freitag bin ich in Deiner Lieblingsstadt. Bist Du zufällig auch da?

X:Hallo Judith. ZU GERNE wäre die Antwort gewesen….leider bin ich am Mi und Do in…..Was machst Du eigentlich nach der Woche Schweiz? Wir sollten uns unbedingt mal wieder sehen. LG X Have you been kissed lately?

 

Ob ich in letzter Zeit geküsst wurde? Seltsam. Ein Hin und Her, dass damit endete, dass wir uns tatsächlich in seiner Heimatstadt treffen wollten. Ich hatte dort beruflich zu tun.

X:Da freut sich aber einer!!!!!!:-) Bin am Mo und Di da….hab Deine Hoteladresse schon ins Navi eingegeben….:-) X.

Seine Reaktion war so überschwänglich, dass ich sie nur ernst nehmen konnte. Schließlich handelte es sich hier um einen erwachsenen Mann, der mir sowas aus freien Stücken schrieb. Wir simsten eifrig hin und her und schon war es so weit: Montag in München.

Während des Tages wunderte ich mich, dass ich so gar nichts von ihm hörte. Nach dem SMS-Funkenflug zuvor, fand ich das seltsam. Aber es konnte doch wohl unmöglich sein, dass dieser Mann einen Tag vorher fast zerfloss vor Freude und heute unser Date platzen ließ?

18 Uhr. Zurück im Hotel. Eine Stunde bis zu unserer Verabredung. Immer noch nichts. Eine halbe Stunde später wählte ich seine Nummer. Tatsächlich. Ich erwischte ihn am Handy. Die Situation kam mir bekannt vor: Er musste leider spontan an diesem Abend die Stadt verlassen. Ein Notfall-Einsatz. Es täte ihm furchtbar leid. Er rase schon mit dem Auto gen Norden und telefoniere gerade über Autotelefon mit mir.

Lange genug um von den Traumfrauen – alle „zum Niederknien“ – zu berichten, die er so zwischendurch kennengelernt hatte! Ein Fotomodell aus den Niederlanden. Super Frau. „Zum Niederknien.“ Sie hatte alle Attribute einer Mrs. Right, aber dieses Niederländisch wäre ihm später bestimmt auf die Nerven gegangen. Ein topaktuelles Playmate. “Nicht eine von 1970, Haha!“ Ebenfalls „zum Niederknien“, wenn auch ein bisschen jung für ihn.

Ich hörte mir die ganze Story an. Ohne Kommentar. Ich war sprachlos. War das blöd! Glaubte dieser Typ wirklich, dass ich ihm diesen Schwachsinn abnahm? Der Mann hatte einfach zu wenig Rückgrat um die Wahrheit zu sagen. Wie immer sich die auch darstellte.

Ich war stinksauer. Auf ihn: Was für eine miese Art mit mir umzugehen. Auf mich: Hätte ich ihn nicht vorher schon durchschauen müssen? Ich löschte seine Telefonnummer.

 

Ein halbes Jahr später…

… meldete er sich tatsächlich wieder bei mir. Innerhalb derselben Singlebörse, als wäre nie etwas Böses vorgefallen:

X : „:-)))) welch eine schöne Überraschung, Dich hier zu sehen!!! Schöner denn je ;-) wenn Du doch nur in München wohnen könntest…Herzlichste Grüße (Du hast heute ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert).

Judith: „Hallo X, dass ich nicht in München wohne ist reine Rücksichtnahme. Sonst müsstest Du TÄGLICH die Stadt verlassen. Freut mich, dass es mir gelungen ist, wenn auch auf indirektem Wege, der Welt ein Lächeln zu schenken ;-) Liebe Grüße, Judith.

Die Anspielung hatte er offensichtlich nicht verstanden – oder er hatte ein zu „dickes Fell“- denn er führte den Mailkontakt weiter:

X:Betreff: WIEDERSEHEN!!!! Hallo Judith, wann gehen wir eigentlich mal wieder zu diesem netten, leckeren, kleinen Italiener in Düsseldorf? Da hätte ich wohl richtig Lust zu! Es kann doch einfach nicht sein, dass wir bei all der Reiserei NIE in derselben Stadt sind?!?;-) X. Hast Du eigentlich noch meine Telefonnummer?“

 

Hielt der Mann mich für eine Masochistin? Glaubte er, dass ich sein mieses Benehmen vergessen hatte? Gut. Er hatte es nicht anders gewollt und auch nicht anders verdient:

 

Judith: „Hallo X, Nein. Deine Telefonnummer habe ich nicht mehr. Irgendwann habe ich mal alle Karteileichen aussortiert…und was die Rubrik “same place – same time” betrifft: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. “Wenn Männer wirklich etwas wollen, dann schaffen sie es auch beim Tauchgang zu telefonieren”, lautet ein Leitsatz aus meinen inzwischen sehr umfangreichen Lebensweisheiten. Ich glaube, Du hast zurzeit einfach nur ein bisschen Langeweile und es ist keine Frau “zum Niederknien” in Sicht – übrigens eine Lebenshaltung, die ich als ungesund empfinde. Nicht nur für den Rücken. In Deinem Alter ;-)

Für mich ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe die einzig mögliche Beziehungsform. Schade eigentlich, dass es bei uns nicht funktioniert hat, aber wie sollte es auch. Bei den Höhenunterschieden! Liebe Grüße aus Hamburg nach München. Judith.

 *****

Wenn Sie also jemand mit Euphorie überschüttet, zuerst den täglichen Kontakt sucht, sich dann aber gar nicht mehr meldet um dann irgendwann wieder genauso euphorisch neu zu starten…. Dieses Auf und Ab passt nicht zu ehrlicher Begeisterung. Ehrliche Begeisterung ist konstant und verursacht Ihnen kein Bauchgrummeln.

 

Ich wünsche Ihnen in dieser Woche jedenfalls gute Gefühle, die zur schönen Vorweihnachtszeit passen!

 

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