Judith Alwin auf Partnersuche im Internet

Mr(s) Wrong – oft wichtig, wenn auch nicht richtig

Wenn man gefestigt in einer schönen Beziehung steckt und dann auf sein vergangenes Liebes-Leid zurückblickt, dann wundert man sich oft genug über sich selbst: Warum hat man an dieser Stelle nicht schon Schluss gemacht? Wieso hat man da nicht erkannt, dass der Andere es nicht so ernst nahm wie man selbst?

Gesetzt den Fall, es gäbe eine Zeitmaschine und man könnte sein jüngeres Selbst vor den Fehlern der Vergangenheit warnen. Wäre es sinnvoll, das zu tun? Wäre man heute überhaupt derselbe Mensch, wenn man damals anders reagiert hätte? Waren es überhaupt Fehler oder waren es nicht eher Lehrstücke auf dem Weg zum richtigen Partner? Würde man den überhaupt finden, ohne die Schritte davor getan zu haben?

Also: Ich würde mich nicht warnen, denn für mich war es eine wichtige Lektion. Danach wusste ich immerhin, was ich nicht wollte und habe den Schritt ins Internet gewagt, um nach einem Partner zu suchen. Verrückter könnte es dort auch nicht zugehen, habe ich mir gedacht …

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Fortsetzung von Teil 1

Unschwer zu erahnen, dass der arme Thole in kürzester Zeit ein emotional völlig zerrissenes menschliches Wrack war. Vorbei war die Zeit, in der wir wunderschöne Tage am Strand von Travemünde verbracht hatten, gemeinsam mit viel Spaß Inlineskaten lernten, mit Tholes Sohn zusammen Frisbee spielten oder uns in meiner Küche an einem Tarte-Rezept versuchten.

Natürlich war die Küche nicht der einzige Raum, in dem bei uns perfekte Harmonie herrschte J. Auch ein Grund, warum ich ihn nicht gerne ziehen lassen wollte. Doch Ende Oktober, nach einem langen Gespräch mit beidseitigen Heulattacken war mir klar: Es gab keinen anderen Ausweg als eine Trennung. Thole musste sich seiner Gefühle erst einmal in Ruhe klar werden.

Ich wollte nicht auch noch an ihm herum zerren. Wenn er sich für mich entscheiden wollte, dann sollte er das freiwillig tun und nicht, weil ich ihn lange genug bearbeitet hatte, so wie es seine Ex gerade machte. Der Kontakt brach danach aber nicht abrupt ab. In den folgenden Wochen übernahm ich sogar die Telefonseelsorge für meinen Ex und habe wirklich versucht, ihm ganz uneigennützig zu raten. Das war in dieser Situation für mich wirklich schwer zu händeln. (Olivias Kommentar dazu möchte ich hier lieber nicht wiedergeben.)

Einige Wochen später:
Ich habe einen Brunch organisiert für gute Freunde, aber auch für viele nette Bekannte, die ja vielleicht noch Freunde werden wollten. Thole war auch eingeladen und kam auch tatsächlich. Es war ein entspannter Tag und ich glaubte danach, dass Thole und ich zumindest Freunde werden konnten. Es wurde bis spät in den Abend hinein gebruncht. George und Thole waren die letzten beiden Gäste. Sie hielten mein Wohnzimmer in Beschlag und führten ein Gespräch von Mann zu Mann. Seither weiß ich, dass sowas genauso lange dauert wie bei Frauen – zumindest wenn einer von beiden ausgebildeter Coach ist.

Heraus kam: Thole wusste, dass er nichts wusste. Vor allem wusste er nicht, was er wollte. George wusste danach auch nicht mehr, was man da noch tun konnte: „Jemand, der nicht weiß, was er will, ist für niemanden ein guter Partner!“ Genau. Das war ja der Grund für unsere Trennung.

 

Liebes-Kampf gegen Windmühlen

Donnerstag, der 13.Dezember, gefühlt wie Freitag!!! Übergabe meines Hab-und-Guts, das ich noch bei Thole in der Wohnung hatte. Dazu fand sich Thole kurz bei George ein. Er hatte nicht mal das Rückgrat, diese Dinge bei mir vorbei zu bringen, was ich ziemlich seltsam fand.

George erledigte das für ihn. Ausgerechnet nach einem Tag, an dem ich fast gar nicht mehr an Thole gedacht hatte. Das warf mich natürlich wieder zurück, zumal George mir haarklein von dem Treffen erzählte. Viel Neues hatte er allerdings nicht zu berichten, außer, dass an diesem Tag Tholes Sohn Geburtstag hatte – also schon wieder ein Familienfest mit dem ganzen Clan. Da würde seine Ex sich ja wieder richtig ins Zeug legen!

Insgesamt wusste George zu berichten, dass Thole immer noch nicht wusste, was er wollte.

(Randbemerkung: Darf die Natur das überhaupt? Kleine Jungs in den Körper von ausgewachsenen Männern stecken? Wenigstens ein Hinweis zur Früherkennung müsste außen angebracht werden. Bevor ‚frau’ gefühlsmäßig drin hängt. Die Mütter könnten beispielsweise bei noch nicht fertigen Exemplaren die Babybändchen von der Geburt daran lassen. So als Warnung für die nächste Generation: Baby inside! Da weiß ‚frau’ sofort: Dieses noch unfertige Exemplar Mann ist für große Gefühlskurvenlagen nicht geschaffen, also bitte nicht zuviel erwarten!)

 

Der Anfang des neuen Jahres und das Ende der Thole-Story:

Einige Wochen und einige Flaschen Rotwein später….Der Rotwein war abends angesagt, tagsüber reagierte ich mich im Sportstudio ab – natürlich im gemischten. Das hatte mir Olivia verordnet. Sie war immer schon der Meinung, in solchen Situationen müsste ‚frau’ sich einfach ablenken und andere Männer sehen, sonst glaubte sie irgendwann, dass der letzte Ex auch der letzte Mann auf Gottes weiter Welt sei, was diesem einen deutlich zu hohen Wert einräumte.
George schien da gleicher Meinung zu sein, denn er hatte mir zu Weihnachten einen Monatsausweis für sein Sportstudio geschenkt. Es war also Zufall, dass ich im gleichen Sportstudio trainierte wie T-Rex(Tholes reguläre Ex). Ich rannte auf dem Laufband gegen die überflüssigen Weihnachts-Pfunde an. In der Reihe vor den Laufbändern waren die Stepper aufgestellt. Etwas weiter links von mir quälte sich eine Frau den imaginären Weg nach oben: T-Rex.

Plötzlich fand ich mich in einer Situation wieder, die mir bekannt vorkam. T-Rexsah mich und stolperte direkt vom Trainingsgerät aus dem Fitnessstudio. Ich fühlte mich an unsere erste Begegnung auf dieser Party erinnert, wo sie mich auch einfach stehen ließ, als ich mich vorstellen wollte. Befriedigt stellte ich fest, dass mich das alles nicht mehr besonders tangierte. Gut so. Das zeigte, dass das Ganze für mich an Wichtigkeit verlor. George hatte mir zuvor erklärt, dass es bei Trennungen verschiedene Phasen gab: Von der Trauer über die Wut bis hin zur Gleichgültigkeit. Ich musste ihn dringend fragen, ob da phasentechnisch noch ein paar Stolpersteine zu erwarten waren oder ob ich mich auf den letzten Metern hin zur Normalität befand.

Trotz meiner beginnenden Gleichgültigkeitsphase: Dass T-Rex vor mir flüchtete, empfand ich als schicksalhaft gerecht, wenn auch völlig übertrieben. Allerdings kannte ich zu diesem Zeitpunkt den Grund für ihre Eile noch nicht – ein echtes Meisterstück der Göttin der Gerechtigkeit:

Bei einer Pressekonferenz traf T-Rex auf eine Kollegin, die sie kannte und von der sie wusste, dass sie eine gute Freundin von mir war. T-Rex rechnete sich deshalb aus, dass die folgende Geschichte sofort brühwarm bei mir landen würde. Damit hatte sie Recht. Doch anstatt sich zu freuen, war ihr das kurze Zeit später schon wieder mehr als unangenehm. Manchen Menschen kann das Schicksal aber auch nichts recht machen!

T-Rex berichtete also meiner Freundin voller Stolz, dass sie nun endlich den wochenlangen Kampf – gegen mich und um Thole – gewonnen hätte. Seit Weihnachten sei sie wieder mit ihm zusammen. Er hätte mich nun endlich verlassen. Das schien ihr das Wichtigste an diesem Geschehen zu sein.

Offensichtlich hatte Thole ihr – ganz bewusst! – verschwiegen, dass wir schon seit vielen Wochen nicht mehr zusammen waren und sich geschickt geziert, um T-Rex zu Höchstleistungen bei seiner Wiedergewinnung zu animieren. Was ihm offensichtlich geglückt war.

Meine Freundin, die natürlich über meine Trennung von Thole informiert war, klärte T-Rex gerne über den wahren Sachverhalt auf. Der Thole-Pokal verlor daraufhin von jetzt auf gleich seinen verführerischen Glanz. Schon einen Tag später, war Thole der EX-EX-EX von T-REX.

Unfassbar! Ich war wirklich sprachlos, als ich diese Geschichte hörte. Bis dahin war mir nämlich nicht klar, dass es hier nicht um große Gefühle und um ein Wieder-Zusammen-Kommen ging, sondern lediglich darum, das eigene Ego zu kitzeln. Dass erwachsene Menschen, die noch dazu für ein Kind zu sorgen hatten, solche Spielchen miteinander trieben, kannte ich bislang nur aus schlechten Hollywood-Komödien. Immerhin: Bei mir bewirkte das eine Liebeskummer-Spontan-Heilung ;-)

 

Der Stand nach drei Jahren:

Thole hat inzwischen die x-te Freundin verschlissen. Seltsamerweise sind diese Damen für T-Rex kein Grund für weitere Kampfhandlungen. T-Rex hat ihre lesbische Phase abgeschlossen und sucht seither nach einem Mann mit Geld. Sie lebt allein und ist inzwischen offiziell und amtlich anerkannt pleite.

Thole habe ich vor einigen Wochen zusammen mit meinem Freund George auf einem Straßenfest gesehen. Ich habe ihn freundlich gegrüßt. Er hat angestrengt weggeschaut!

****

Da soll mir noch mal jemand erzählen, dass die Partnersuche im Internet deshalb nicht empfehlenswert ist, weil sich dort die Verrückten zusammenrotten. Meine verrückteste (Love)Story habe ich ganz real erlebt – von Anfang bis Ende. Erst danach habe ich bei der Partnersuche das Internet bemüht. Zugegeben: Auch dort hatte ich viele verrückte Begegnungen, aber alle waren nur ein müder Abklatsch dieser Realo-Story. Immerhin Thole war der Grund, warum ich „INS NETZ GEGANGEN“ bin und somit mir mein Mr. Right in selbiges gegangen ist.

Wie heißt es da doch im passenden Sprichwort so schön: „Nichts ist so schlecht, dass es nicht zu etwas gut ist.“

Alle diejenigen, die derzeit in einem ähnlichen Gefühlsvakuum stecken, soll das trösten: Mr(s) Right kommt noch. Der / die letzte Noch-nicht-Mr(s)-Right war nur ein Schritt auf dem Weg dorthin.

Also: Mutig weitersuchen! Auch im neuen Jahr! Gerne begleite ich Sie auch dann wieder dabei!

Ihre

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