NEU.DE Wissen | Männerschweiß macht Frauen glücklich. (Aber nicht zuviel, bitte!)

Frauen sind tatsächlich sensibler als Männer: Sie hören besser (laut einer Studie der Universität Indiana), sie können besser riechen, sie sehen anders, und ihre Haut hat mehr Empfindungs- und Schmerzrezeptoren. Eine Untersuchung am Monell Chemical Senses Center in Philadelphia zeigte, dass auch der Geruchssinn von Frauen signifikant besser ausgeprägt ist als der von Männern und dass sich das tatsächlich auf das tägliche Leben auswirkt. Kalifornische Forscher wollten es genauer wissen und haben herausgefunden, dass ein bestimmtes Testosteron-Abbauprodukt (namens Androstadienon) die Stimmungslage von Frauen verbessert und sie erregt. Dieser Stoff ist kein Bestandteil eines sündteuren Parfüms, sondern er findet sich im männlichen Schweiß.

Der Schwitz- und Schweiß-Theorie ging auch der Biologe Claus Wedekind aus Bern nach: er ließ Studentinnen an verschwitzten Männer-T-Shirts schnuppern und protokollierte erstaunliche Ergebnisse: Während ihres Eisprungs, also während der fruchtbaren Tage, bevorzugten die Studentinnen den Körpergeruch von Männern, deren Genstruktur sich stark von ihrer eigenen unterscheidet. An den Tagen, an denen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft geringer ist, ist die Nase der Frauen dagegen weniger auf das exotisch-andersartige gepolt. Ein biologischer Trick? Schließlich gilt: Je unterschiedlicher der Genpool der Eltern ist, desto fitter und gesünder wird der Nachwuchs. Liebesforscher meinen, dahinter stecke die Doppelstrategie von Frauen, wenn es um das Einsammeln männlicher Gene geht.

Das interessante Ergebnis deckt/überschneidet sich mit anderen Studien, die zeigten, dass Frauen zu dieser sensiblen Zeit auch heftigere Sexphantasien haben, sich freizügiger kleiden und eine verstärkte Tendenz zum Fremdgehen haben.

Man kann es mit der Bedeutung des Geruchs allerdings auch übertreiben, wie etwa der Wormser Erziehungswissenschaftler und Hobby-Psychologe Marcus Damm, der gleich pauschal meint: „Über den Geruch wird das genetische Profil unseres Gegenübers ermittelt“. Damm rät Frauen sogar, während der Partnersuche lieber auf die Antibabypille zu verzichten: „Die Pille simuliert eine Schwangerschaft und weckt den Wunsch nach einem Beschützer.“ Den fänden Frauen am ehesten „in der Verwandtschaft bei genetisch ähnlichen Menschen.“ Darum rät er: „Setzen Sie zumindest probeweise für ein halbes Jahr aus und beobachten Sie, ob sich Ihr Männergeschmack dadurch verändert.“! Also, das ist schon eine ziemlich brutal an den Haaren herbeigezogene Schlussfolgerung eines wissenschaftlichen Forschungsergebnisses. Um nicht zu sagen, Unsinn.

Alles auf die Schnupper-Karte zu setzen, ist wissenschaftlich eindimensional und grenzt an Berufsblindheit. Denn beim Kennenlernen und Verlieben kommen noch tausend andere Faktoren ins Spiel als nur der Geruch. In der ersten Flirtphase ist es zu einem großen Teil das Aussehen und der Gesamteindruck. Wenn man sich schon etwas länger kennt kommen gemeinsame Werte, Ziel und Pläne ins Spiel.

Wie Richard David Precht in seinem Buch über die Liebe zu Recht betont, sind wir eben mehr als instinktgesteuerte Steinzeitgehirne, sondern haben unsere Liebe und unseren Liebesbegriff längst auf einen kulturellen Sockel gesetzt, der beachtlich ist. Und in seiner Komplexität schwer durchschaubar. Allerdings macht Precht es sich damit auch leicht: Er drischt allzugerne auf die Wissenschaftsjournalisten ein (zu denen auch ich gehöre), die sich um präzise Antworten bemühen, um sich dann selber auf ein philosophisches „es könnte so sein, aber auch ganz anders“ zurückzuziehen. Das nur nebenbei. Mehr zu Prechts Buch demnächst.

Zurück zum Geruch: Wichtig ist er sicher in der Phase des Intimwerdens und des ersten Sex. Ob der Sex mit einem neuen Partner „schmeckt“, hängt wohl tatsächlich mehr von unserer Nase ab, als wir ahnen. Zwei, die sich „gut riechen können“, werden ihre erste gemeinsame sexuelle Erfahrung sicher wiederholen wollen. Ist der richtige Partner dann aber gefunden, entspannen sich die Nasen: Die Geruchssensibilität sinkt, sobald wir verliebt sind.

Mehr zu allen Themen rund um Flirt, Verliebtheit, Liebe, Romantik, Eifersucht, Sex, Hormone usw. im kleinen Flirt Tutorial.
Mehr von Armin Fischer

3 Kommentare

  • [...] Wissen | Männerschweiß macht Frauen glücklich. (Aber nicht zuviel, bitte!) Veröffentlicht am 26. August 2009 von editor Frauen sind tatsächlich sensibler als Männer: Sie hören besser (laut einer Studie der Universität Indiana), sie können besser riechen, sie sehen anders, und ihre Haut hat mehr Empfindungs- und Schmerzrezeptoren. Eine Untersuchung am Monell Chemical Senses Center in Philadelphia zeigte, dass auch der Geruchssinn von Frauen signifikant besser ausgeprägt ist als der von Männern und dass sich das tatsächlich auf das tägliche Leben auswirkt. Kalifornische Forscher wollten es genauer wissen und haben herausgefunden, dass ein bestimmtes Testosteron-Abbauprodukt (namens Androstadienon) die Stimmungslage von Frauen verbessert und sie erregt. Dieser Stoff ist kein Bestandteil eines sündteuren Parfüms, sondern er findet sich im männlichen Schweiß. Weiterlesen [...]

  • [...] Wissen | Männerschweiß macht Frauen glücklich. (Aber nicht zuviel, bitte!) Veröffentlicht am 6. Februar 2010 von editor Frauen sind tatsächlich sensibler als Männer: Sie hören besser (laut einer Studie der Universität Indiana), sie können besser riechen, sie sehen anders, und ihre Haut hat mehr Empfindungs- und Schmerzrezeptoren. Eine Untersuchung am Monell Chemical Senses Center in Philadelphia zeigte, dass auch der Geruchssinn von Frauen signifikant besser ausgeprägt ist als der von Männern und dass sich das tatsächlich auf das tägliche Leben auswirkt. Kalifornische Forscher wollten es genauer wissen und haben herausgefunden, dass ein bestimmtes Testosteron-Abbauprodukt (namens Androstadienon) die Stimmungslage von Frauen verbessert und sie erregt. Dieser Stoff ist kein Bestandteil eines sündteuren Parfüms, sondern er findet sich im männlichen Schweiß. Weiterlesen [...]

  • [...] (körperliche) Rolle spielt dabei sicher das „sich Beschnuppern“, also das unbewusste Abtesten der Antikörper des Gegenübers im Hinblick auf optimale Nachkommenschaft. Darüber hinaus hat aber ein „richtiger“ Liebeskuss heute so zu sein, wie man ihn aus [...]

Sag uns deine Meinung


*

Herzlich Willkommen

Hier werden Eure Herzen höher schlagen. Guckt durchs NEU.DE-Schlüsselloch: Erfahrt mehr über die Menschen hinter der Singlebörse, interessante Neuigkeiten rund um seriöse Partnersuche und Online-Dating. Findet  in den Erfolgsgeschichten heraus, wie sich NEU.DE-Paare gefunden haben. Außerdem bringen wir Euch zu exklusiven Events und bieten immer wieder viele spannende Aktionen!

Kennenlernen könnt Ihr Euch nach wie vor auf unserer Online-Dating-Plattform NEU.DE, daran ändert sich nichts.

Hier findet Ihr unsere Netiquette.

Die Köpfe hinter Herzklopfen
  • Marion Bauer
  • Simone Sauter

NEU.DE auf Facebook

NEU.DE jetzt registrieren



Letzte Kommentare

  • Goldschatz Wildlachs mit Zitronensauce und gegrilltem bunten
  • Viktoria Warum wir unbedingt dabei sein müssen? "Wenn
  • Daniela Ich würde gern Tickets für das Konzert in
  • Silke Barth " Sammelst du Herzen " bekomme ich jetzt schon
  • Jessica Bielert Ich muss dabei sein weil ich die Band einfach

Schönste Geschichten

Es gibt ihn doch! Do you speak Dänisch? Liebe beim ersten Date Volltreffer, zwei Tage vor Vertragsende Und ganz plötzlich ist es Liebe Gesucht – Gefunden

Erfolgsgeschichte erzählen

Neu.De Erfolgsgeschichten

NEU.DE liebt...

... solche Einstandstorten von neuen Kollegen.

NEU.DE Tipp der Woche

Zwei Freunde müssen sich im Herzen ähneln, in allem Anderen können sie grundverschieden sein. (Sully Prudhomme) – Gilt das auch für die Liebe?