Verabredungen in den alten Tagen: Wie die Männer des 20. Jahrhunderts Frauen den Hof machten

Schon seit Anbeginn der Zeiten haben sich Männer und Frauen mit dem althergebrachten Bedürfnis auseinandergesetzt, die Liebe zu finden und ein Heim voller Kinder und Reichtum zu erschaffen – etwas, das am besten durch eine gute Hochzeit erreicht werden konnte. Zumindest jedoch sollte die Heirat nach außen hin gut wirken.

Es versteht sich von selbst, dass die Wahl des geeigneten Ehepartners eine maßgebliche Entscheidung ist, die weder leichthin noch unter Alkoholeinfluss getroffen werden sollte. Daher ist der Vorgang des Umwerbens schon immer eine große Sache gewesen, wenn er sich auch im Laufe der Zeit drastisch verändert hat. Dieser Artikel befasst sich vornehmlich mit der Frage, wie Verabreden und Werben im 20. Jahrhundert vonstattengingen.

Die Kleidung

Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts waren die Kleidervorschriften einem schnellen Wandel unterworfen. Im Jahre 1901 fand das Viktorianische Zeitalter mit dem Tode Ihrer Majestät, Königin Viktoria, sein Ende. In der darauf folgenden Zeit waren die Vorschriften mal strenger und mal lockerer, abhängig von der Wirtschaft und den sozialen Normen von vier Generationen. Ob nun der typische „Flapper-Look“ der 1920er oder die Kleidung der Blumenkinder in den 1960ern – der persönliche Ausdruck löste allmählich die Förmlichkeit in der Bekleidung ab, sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Wie ZZ Top in einem Lied aus dem Jahre 1983 sangen, neigen Frauen dazu, schick gekleidete Männer zu bevorzugen. Bei Verabredungen waren jedoch mehr und mehr Männer im Vorteil, die einen einfacheren Stil bevorzugten und gleichzeitig attraktiv und leger aussehen konnten. Zudem haben sich viele Frauen von jeher zu Männern in Uniform hingezogen gefühlt, was den Männern eine weitere Kleidungsmöglichkeit für Verabredungen bot.

Die Vorbereitung

Im 20. Jahrhundert bestanden die Vorbereitungen für eine Verabredung darin, Make-up aufzulegen und die Haare zu stylen – in den 80ern galt dies auch für Männer. Teilweise bedeutete es nur wenig mehr, als aufzustehen und sich etwas Kleidung überzuwerfen. Die umfassende Verbreitung und Verfügbarkeit von Deodorant, Zahnbürsten und sauberem Wasser ebnete den Weg zu einem ganz neuen Reinlichkeitsstandard.

Das Hippie-Zeitalter und die Grunge-Modetrends der 90er bewiesen natürlich auch, dass es mit einem höheren sozialen Status möglich war, mit vielen Dingen durchzukommen, die an sich nicht zum erwarteten oder akzeptablen Verhalten gehört hatten. So konnte man buchstäblich in einer Bierlache oder im Matsch einschlafen und dennoch attraktiv genug sein, ohne jede weitere Vorbereitung auf ein Date zu gehen.

Der Rahmen der ersten Begegnung

Die individuelle Mobilität erreichte beispiellose Ausmaße, immer mehr Menschen zogen in die Städte zogen und besaßen Autos. Durch die Einführung und Verbreitung von Kinos bekamen junge Paare neue Räumlichkeiten, in denen sie unauffällig knutschen konnten. Autos boten zum einen eine großartige Kulisse für wahllosen Sex und zum anderen Zugang zu vielen weiteren, vorher unerreichbaren Plätzen. Sie lösten damit die Rolle des Klerus, der in früheren Zeiten traditionell bei der Ehepartnerfindung geholfen hatte, ab und machten diesen überflüssig.

Im Verlaufe des Jahrhunderts wurde der Rahmen für Verabredungen immer lockerer. War anfangs noch die Anwesenheit einer Anstandsdame unabdingbar, ging es in späteren Zeiten nur noch um das Paar selbst. Oftmals diente ein Date nur dazu, sich lang genug zu sehen, um gemeinsam high zu werden, Sex zu haben und dann wieder getrennter Wege zu gehen. Diese Art von Verabredung konnte buchstäblich überall stattfinden.

Die Hauptakteure

Um die Mitte des 20. Jahrhunderts herum hatte sich der Kontakt eines Mannes zu den Eltern der Frau gewandelt: Hatte er anfangs noch um Erlaubnis gefragt, ihre Tochter ausführen zu dürfen, nahm er sie in späterer Zeit nur noch gelegentlich wahr, wenn sie im Hintergrund lauerten, während er das Objekt seiner Begierde abholte.

Im 20. Jahrhundert musste ein Mann lediglich noch die Frau seiner Träume für sich interessieren und gewinnen und nicht mehr ihre Familie von sich überzeugen. Wenn ein Mann und eine Frau aneinander interessiert sind, muss ihnen niemandes Meinung dazu mehr von Bedeutung sein.

Der weitere Verlauf

Im 20. Jahrhundert stiegen Männer und Frauen auf ungefähr gleichem Level ins Arbeitsleben ein, was ihnen eine ganz neue Möglichkeit zum Kennenlernen eröffnete. Abgesehen vom Arbeitsplatz trafen Männer und Frauen sich auf sozialen Veranstaltungen wie beispielsweise Partys, sowie durch gemeinsame Freunde. Im 20. Jahrhundert wurde außerdem das „Blind Date“ erfunden, bei dem ein Freund oder eine Freundin sich als laienhafter Ehestifter versucht.

In der westlichen Gesellschaft war bis dahin die Idee der Eheanbahnung weitestgehend unbekannt. Sie setzte sich jedoch rasch durch und erfreute sich dank des Rückgangs an Freizeit immer größerer Beliebtheit. Die Menschen waren derart beschäftigt, dass es kaum möglich war, abseits einer Bar jemanden kennenzulernen. Die Zeit des Umwerbens war daher im Verlaufe des 20. Jahrhunderts auch stark schwankend.

Das Treffen von lockeren Verabredungen kam ebenfalls im 20. Jahrhundert auf. Es war nicht mehr von Bedeutung, jung zu heiraten, so dass viele Menschen Singles blieben und bis in ihre Dreißiger hinein Verabredungen hatten. Dies führte dazu, dass die Menschen letztlich weitaus wählerischer wurden, wann und wen sie heirateten – und ob überhaupt.

Oftmals hatten Paare kein gesteigertes Interesse an der Ehe, und langfristige Liebesbeziehungen, auch als „wilde Ehe“ bekannt, wurden immer verbreiteter. Da die Scheidungsrate im Verlaufe des Jahrhunderts bis auf 67 Prozent anstieg, erschien die Eheschließung vielen Menschen als unnötiger Schritt. Zudem bedeutete die größere Freiheit beider Geschlechter, dass zwangloser Sex eine bequeme Methode bot, ein Bedürfnis zu befriedigen, ohne unnötigen Stress zu erzeugen.

Der Kinsey-Report in den 1950ern stellte fest, dass mehr als die Hälfte der befragten Frauen angegeben hatten, zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung keine Jungfrau mehr gewesen zu sein. Die sozialen Sitten wurden im Laufe des Jahrhunderts gerade auch im Hinblick auf die Sexualität immer lockerer, noch schneller lockerten sich die Sitten wohl hinter verschlossenen Türen.

Fazit

Das 20. Jahrhundert war Zeuge einiger rascher Veränderungen im Verabredungs- und Werbungsverhalten. Ein Mann, der mit einer Frau anbandeln wollte, konnte sich kaum eine bessere Zeit zum Leben aussuchen. Das Umwerben konnte zur Ehe führen oder aber auch nicht, und oftmals ging Sex der Ehe voraus.

Bildquellen

http://www.hairarchives.com

Quellen

http://sugardaddydating.wordpress.com/2010/03/03/how-dating-has-changed-over-the-years/

http://www.usatoday.com/news/health/2003-02-10-dating_x.htm

http://www.ehow.com/about_4604945_how-has-dating-changed-past.html

http://en.wikipedia.org/wiki/Courtship

Ein Kommentar

  • Die Zeiten verändern die Trends, die Werte und vieles mehr. Da ist es kein Wunder, dass sich auch die Regeln beim Daten und Flirten geändert haben. An so manchen Tag wünsche ich mir allerdings, dass ein Date so klassisch wie früher von statten gehen würde. Der Mann holt einen zu Hause ab, stellt sich den Eltern vor (sofern man noch bei ihnen wohnt) und führt einen in ein Restaurant aus und geht anschließend spazieren. Aber natürlich ist es gut, dass alles etwas lockerer geworden ist.

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