Das Spiel durchschauen | Grundlagen | 2. Warum suchen und finden wir uns?

Wir sehen ein Paar und fragen uns: Warum haben genau diese zwei Menschen zusammengefunden? Oberflächlich gesehen scheinen sie vielleicht gar nicht zusammenzupassen. Ihr Charakter ist völlig unterschiedlich, oder ihre Hobbys und Freizeitaktivitäten liegen Welten auseinander. Und doch bilden sie ein Paar. Oft genug sogar ein stabileres Paar als andere, denen wir es mehr zutrauen. Woran liegt das?

Es gibt mehrere Antworten dafür, die sich aber ergänzen und alle in eine Richtung spielen:
1) Weil uns der andere etwas gibt, das nicht oberflächlich ist, und weil er selbst durch dieses Geben etwas bekommt. Das klingt verschraubt, und so drücken sich Psychologen gerne aus, aber mit einfachen Worten heißt es: wir entdecken im anderen etwas, das wir – auf unbewusster Ebene – schon lange gesucht haben. Die Schwingungen des Unbewussten ergänzen sich auf eine Weise, dass beide Partner davon profitieren.

Liebe ist deshalb eine Form der gegenseitigen Therapie – ohne dass wir es merken. Die angenehmste und nebenbei billigste Therapie, die man durchmachen kann. Das Ziel der Therapie ist, im Wechselspiel mit dem anderen Menschen über sich hinauszuwachsen. Wenn das parallel beiden Partnern in gleicher Weise gelingt, ist die Beziehung bereits sehr stabil.

Weil wir meist selber nicht genau wissen, was uns eigentlich „fehlt“, ist es für uns oft so unerklärlich, warum wir uns genau in diesen Menschen verlieben, und nicht in einen anderen.

2) Weil wir uns ganzheitlich nur als Spiegelbild eines geliebten Menschen wahrnehmen können. In unserer modernen Gesellschaft ist unser öffentliches Ich zerfallen in ganz viele unterschiedliche Rollen: der kompetente Schreibtischarbeiter, der Kumpel, der politische Mensch, der Konsument undsoweiter. In jeder Rolle treten wir anders auf. Die Liebe ist das letzte Refugium, in dem wir uns ganzheitlich einbringen können. Wir verlieben uns in die Person, die uns am besten „als Ganzes“ annimmt. (Wenn das nicht passiert, hört man oft genug die Beschwerde an den Partner: „Lass mich doch einfach sein, wie ich bin!“)

3) Weil wir soziale Wesen sind und eingebunden in ein dynamisches Netz der Interaktion mit unserer Gruppe, man könnte sie auch „Kontrollgruppe“ nennen. Diese Gruppe lässt – auch im Zeitalter des Partner-picking by Internet – keine beliebigen Zweier-Konstellationen zu. Es ist aber nicht so, dass wir von jemandem daran gehindert werden, uns diesen oder jenen Partner zu suchen. Die Schere haben wir schon selbst im Kopf.

Unterm Strich ist das, was wir bekommen eine Mischung aus unbewussten Motiven und sozialer Kompatibilität, die ganz abenteuerlich und für außenstehende äußerst überraschend ausfallen kann. Und für uns selber auch!

Fazit: Die Partnerwahl ist ein Stück weit unserer Kontrolle entzogen – und das ist gut so. Die Liebe „überfällt“ uns, macht und „ohnmächtig“, wir sind ihr „hilflos ausgeliefert“. Das sind die Worte, die wir dann zu Recht gebrauchen.

Praxistipp: Hören Sie bei der Partnerwahl auf Ihr Bauchgefühl, schalten Sie aber den Verstand nicht völlig ab. Wenn Sie sich verliebt haben, „erkennen“ Sie Ihren Partner: denn er/sie spiegelt Sie wieder. Die Frage: „Warum hast du dir gerade den ausgesucht?“ ist leicht zu beantworten: Weil wir uns in jeder Lebenssituation genau den Partner aussuchen, den wir brauchen.
-> Mehr von Armin Fischer

Buchtipps:
• Wolfgang Hantel-Quitmann, Liebesaffären – Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen, Psychosozial-Verlag 2006
• Christian Schuldt, Der Code des Herzens, Eichborn Verlag 2004

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Flirt-Tutorial 4.2 | Das Spiel durchschauen | Grundlagen | 2. Warum suchen und finden wir uns?

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4 Kommentare

  • [...] Das Spiel durchschauen | Grundlagen | 2. Warum suchen und finden wir uns? Veröffentlicht am 5. Oktober 2009 von editor Wir sehen ein Paar und fragen uns: Warum haben genau diese zwei Menschen zusammengefunden? Oberflächlich gesehen scheinen sie vielleicht gar nicht zusammenzupassen. Ihr Charakter ist völlig unterschiedlich, oder ihre Hobbys und Freizeitaktivitäten liegen Welten auseinander. Und doch bilden sie ein Paar. Oft genug sogar ein stabileres Paar als andere, denen wir es mehr zutrauen. Woran liegt das? Weiterlesen [...]

  • [...] Das Spiel durchschauen | Grundlagen | 2. Warum suchen und finden wir uns? Veröffentlicht am 7. Februar 2010 von editor Wir sehen ein Paar und fragen uns: Warum haben genau diese zwei Menschen zusammengefunden? Oberflächlich gesehen scheinen sie vielleicht gar nicht zusammenzupassen. Ihr Charakter ist völlig unterschiedlich, oder ihre Hobbys und Freizeitaktivitäten liegen Welten auseinander. Und doch bilden sie ein Paar. Oft genug sogar ein stabileres Paar als andere, denen wir es mehr zutrauen. Woran liegt das? Weiterlesen [...]

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    Die Frage, warum sich Paare in der „freien Wildbahn“ finden, ist ausgesprochen schwierig zu beantworten. Meine Lieblingsantwort kennen Sie wahrscheinlich: Weil „sie“ zufällig da war, wo „er“ auch war, und weil sie dort die Einzigen waren, die den inner…

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